Impfen für Brasilien?

Frage: Soll ich mich vor einer Reise nach Brasilien impfen?

Antwort: Im Prinzip ja, aber besprechen Sie das mit einem Arzt

Impfschutz: Nachfolgende Impfungen sind empfohlen. Lassen Sie sich aber durch Ihren Arzt beraten. Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Aufenthalt über drei Monate auch Hepatitis B. Bei besonderer Exposition (Landaufenthalt, Jagd, Jogging u.a.) kann Impfschutz auch gegen Tollwut,Typhus sehr sinnvoll sein.

Eine gültige Gelbfieberimpfung wird bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt und ist bei Reise in das Amazonasgebiet sehr sinnvoll.

Vor allem im Bundesstaat Rio de Janeiro treten in den Sommermonaten (November bis April) wiederholt Epidemien des Denguefiebers auf, das von der Mücke Aedes Aegypti übertragen wird und bei einzelnen Patienten auch ernsthafte Gesundheitsschäden zur Folge haben kann. Daher wird Reisenden empfohlen den Körper schützende Kleidung zu tragen (lange Hosen, langärmlige Hemden), Insektenschutzmittel zu benutzen, Insbesondere frühmorgens und nach Regenfällen, wenn die Mücken am häufigsten auftreten, den Aufenthalt im Freien zu meiden.

HIV und Aids sind in Brasilien ein großes Problem und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches lebensgefährliches Risiko bergen.

Durch hygienisches Essen und Trinken (nur Abgekochtes) können die meisten z.T. auch gefährlichen Durchfälle und durch einen konsequenten Mückenschutz können viele andere Tropen- und Infektionserkrankungen ganz vermieden werden. Dazu zählen auch das Denguefieber, das massiv - auch in den Städten -zugenommen hat, und die Malaria. Man sollte nicht in Süßwasser baden (Gefahr der Bilharziose; andere Erkrankungen). Weitere Tropen- und Infektionserkrankungen kommen vor, allerdings in sehr unterschiedlicher Gefährdung der Reisenden.

Medikamente zur Prophylaxe gegen Malaria sind in einigen Landesteilen sinnvoll, sie müssen im Beratungsgespräch vor der Reise mit dem Tropenarzt individuell festgelegt werden: Lariam? Resochin und Paludrine? Andere? Nur "stand by"-Einnahme als Therapie? Bewußter Verzicht auf medikamentöse Prophylaxe? Alle diese Medikamente sind verschreibungspflichtig!

Medizinische Versorgung

Medizinische Versorgung im Lande ist, soweit es sich um die größeren Städte handelt, mit der in Europa zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande - besonders im Amazonasgebiet - jedoch vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch / Französisch sprechende Ärzte. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte in die Peripherie mitgenommen und unterwegs dann den Temperaturen entsprechend geschützt werden (Kühlkette?). Auch hierzu ist individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Die Kosten für ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte sind z.T. erheblich höher als in Deutschland. Sie werden von deutsche Krankenversicherungen oft nicht oder nur teilweise abgedeckt. Rücksprache mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung sind deshalb ratsam.

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