Favela

Favela in Rio de JaneiroFavelas (Armenviertel, Slums) gibt es in Brasilien und besonders in Rio de Janeiro sehr viele und sind ein grosses Problem. In Favelas leben sehr viele Leute, oft ein paar 100'000, ohne Perspektive, meist ohne Einkommen und auf sehr engem Raum. In Rio de Janeiro sollen sogar 25% der Einwohner in Favelas wohnen.
Warum gibt es Favelas?

Hier zwei oft gehörte und sehr vereinfachte Erklärungen:

a) Als die Sklaverei in Brasilien abgeschaft wurde gab man den meisten "entlassenen" Sklaven keine Arbeit und keine Bleibe. D.h diese Menschen hatten nichts und mussten irgendwo, irgendwie leben. Diese Menschen errichteten einfache Behausungen für sich.

b) Viele Leute draussen auf dem Lande denken in der Stadt sei alles sehr viel besser und das grosse Geld sei dort zu verdienen. So lassen sie ihr Leben hinter sich und ziehen, meist ohne Ausbildung, in die Stadt. Natürlich werden sie dort nicht mit offenen Armen empfangen und so landen sie in der Favela.

Probleme in der Favela

Aber Achtung: Nicht alle Favelas sind gleich und unten aufgeführte Punkte gelten somit nicht gleichermassen für alle Favelas. So gibt es auch einige "ruhige" Favelas wo relativ viele Leute einer normalen Arbeit nachgehen und wo auch wenig Kriminalität vorkommt. Wie oft im Leben kann man auch hier nicht einfach so verallgemeinern.

- Sehr viele Menschen leben auf sehr engem Raum zusammen.  
- Viele Leute sind ohne Ausbildung
- Die meisten Leute sind ohne Arbeit und Einkommen
- Trotzdem muss man essen und trinken (woher nehmen?)
- Es gibt Bandenkriege
- Es wird Drogenhandel betrieben (erst letzhin wurde über 1 Tonne Drogen in einer Favela sichergestellt)
- Das Gesetz, der Staat hat nur beschränkt Zugang zu einer Favela
- Favelas werden von Bandenchefs kontrolliert
- Politker und Polizei werden bestochen

  

Das Problem der Favelas ist komplex und nicht einfach lösbar.

Nur ein Beispiel: In São Paulo wollten die Behörden eine Favela auflösen und haben den Betroffenen Wohnungen in einer anderen Gegend zur Verfügung gestellt. Was passierte? Die Wohnung wurde nicht selber benutzt sondern weiter vermietet resp. verkauft.

Warnung: Kommen Sie nicht auf die Idee als Tourist auf eigene Faust eine Favela zu besichtigen!